Man sitzt auf dem Sofa und beobachtet den alten Hund. Man sucht nach Hinweisen. Geht es ihm heute gut? Hat er Schmerzen? Es ist schwer zu beurteilen.
Hunde können nicht sprechen. Und sie jaulen fast nie, wenn etwas wehtut. Wir warten oft auf ein lautes Winseln. Auf ein klares Zeichen. Aber das kommt in der Regel nicht. Der Hund leidet stumm.
Hunde leiden leise
Das ist ein tief verwurzelter Instinkt. In der Natur ist ein schwaches Tier leichte Beute. Wer Schmerz zeigt, macht sich angreifbar. Deshalb verstecken Hunde ihre Beschwerden extrem gut.
Sie reißen sich zusammen. Solange es irgendwie geht. Wir sehen die Schmerzen oft erst, wenn sie kaum noch auszuhalten sind. Wenn wir über das Thema Schmerzen Hund Lebensende sprechen, müssen wir deshalb auf die ganz feinen Signale im Alltag achten. Der laute Aufschrei bleibt aus. Die Details zählen.
Die Körperhaltung sagt alles
Achten Sie auf den Rücken. Ein runder, hochgezogener Rücken ist ein starkes Warnsignal. Der Hund zieht den Bauch stark ein. Die Rute klemmt tief zwischen den Beinen. Das ganze Tier wirkt komplett verspannt.
Auch der Kopf hängt oft tief nach unten. Der Körper ist nicht mehr locker. Er fühlt sich hart an. Der Hund versucht, den schmerzenden Bereich durch diese Schonhaltung zu entlasten.
Hecheln ohne Anstrengung
Der Hund liegt im kühlen Flur. Er war nicht draußen. Er hat sich nicht angestrengt. Trotzdem hechelt er stark. Die Atmung ist extrem flach und sehr schnell.
Das ist ein klares Zeichen für Stress. Schmerz bedeutet enormen Stress für den ganzen Körper. Manche Hunde schmatzen auch ständig oder lecken sich immer wieder über die Nase. Das passiert oft völlig unbewusst. Es beruhigt sie ein wenig. Es ist aber ein klares Alarmsignal.
Nächtliche Unruhe und das Wandern
Sie kennen das vielleicht. Der alte Hund tigert nachts stundenlang durch die dunkle Wohnung. Die Krallen klappern auf dem Boden.
Er legt sich hin. Er steht sofort wieder auf. Er dreht sich dreimal im Kreis. Er findet einfach keine Position, die nicht wehtut. Viele schieben das schnell auf Altersdemenz. Aber oft ist es pure körperliche Not. Die Gelenke brennen im Liegen. Die Bewegung bringt kurze Linderung. Der Hund ist völlig erschöpft, aber der Schmerz lässt ihn nicht schlafen.
Das Schmerzgesicht
Schauen Sie Ihrem Hund genau ins Gesicht. Die Mimik verrät viel, wenn man genau hinsieht.
Ein starrer Blick ins Leere. Die Augen wirken matt und glanzlos. Manchmal sind die Pupillen riesengroß. Der Hund kneift die Augen zusammen. Die Stirn ist in tiefe Falten gelegt. Die Ohren sind flach nach hinten gelegt. Er wirkt teilnahmslos. Abwesend.
Veränderungen im Verhalten
Ein Hund, der immer auf dem Sofa kuscheln wollte, zieht sich plötzlich völlig zurück. Er sucht dunkle Ecken auf. Unter dem Esstisch. Ganz hinten im Schlafzimmer. Er will einfach seine absolute Ruhe.
Fassen Sie ihn an und er zuckt zusammen? Oder knurrt er sogar leicht, wenn Sie über den Rücken streichen? Nehmen Sie das auf keinen Fall persönlich. Das ist kein böser Wille. Der Hund schützt sich nur. Die Berührung tut schlichtweg weh. Er warnt Sie.
Der Gang und das Aufstehen
Alte Hunde werden steif. Das ist normaler Verschleiß. Aber starker Schmerz ist anders.
Der Hund kommt auf dem glatten Laminat kaum noch hoch. Die Hinterbeine zittern stark. Er rutscht weg. Beim Laufen sieht alles hölzern und steif aus. Er meidet plötzlich Treppen. Früher ist er ohne Zögern ins Auto gesprungen. Heute verweigert er den Kofferraum völlig. Zwingen Sie ihn nicht. Das ist kein Trotz.
Palliativmedizin: Der Gang zum Tierarzt
Raten Sie nicht lange herum. Wenn Sie solche Signale sehen, gehen Sie in die Tierarztpraxis. Altersbeschwerden lassen sich heute gut lindern. Es gibt hervorragende Medikamente in der Tiermedizin.
Ein altes Tier muss heute nicht mehr leiden. Es wird nicht mehr rennen wie ein junger Welpe. Das ist klar. Aber der ganz normale Alltag muss erträglich bleiben. Wenn am Wochenende plötzlich starke Beschwerden auftreten, finden Sie in unserem Tierarzt- und Tierklinik-Notdienst Verzeichnis schnelle Hilfe für den Notfall.
Wenn Medikamente nicht mehr anschlagen
Irgendwann kommt bei jedem Hund der Punkt. Die Schmerzmittel wirken nicht mehr. Die Dosis lässt sich nicht weiter erhöhen. Die Organe machen nicht mehr mit.
Dann müssen Sie ehrlich hinsehen. Wie viele gute Stunden am Tag hat der Hund noch? Wir haben die Verantwortung übernommen. Wir müssen am Ende entscheiden, wann das Leiden einfach zu groß wird. Das ist unfassbar schwer. Fragen Sie Ihren Tierarzt nach seiner ehrlichen Meinung. Ein neutraler Blick von außen hilft jetzt enorm.
Vorbereitung auf den letzten Weg
Das Ende rückt unweigerlich näher. Es hilft sehr, jetzt schon die nächsten Schritte zu planen.
Möchten Sie den Arzt nach Hause holen? Was passiert danach mit dem Körper? Entscheiden Sie sich für eine Hundebestattung? Wer sich vorher informiert, hat am Tag X den Kopf frei für sein Tier. In unserem Ratgeber Was tun beim Haustier Sterbefall haben wir alles Wichtige für die ersten Stunden danach zusammengefasst.
Sorgen Sie auch für die Bestattung vor. Machen Sie sich in aller Ruhe Gedanken und schreiben Sie alles Wichtige nieder. Die Bestattungsvorsorge bei der Schönhalde ist kostenlos und unverbindlich. Den Ausdruck können Sie aufbebahren und sind von der Bürokratie und Organisation entlastet wenn der Moment des Todes gekommen ist.
Vertrauen Sie am Ende ganz auf Ihr Bauchgefühl. Sie kennen Ihren Hund am allerbesten. Wenn Sie tief drinnen denken, dass er leidet, dann stimmt das meistens auch. Handeln Sie. Bleiben Sie an seiner Seite.
