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NewSpere.jp: Der Tod eines Haustiers ist "so schmerzhaft wie ein Mensch": Forschungen zeigen die Schwere des Verlusts von Haustieren

NewSpehre.jp – Der Tod eines Haustieres ist genauso schmerzhaft …

25. August 2026

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Video:
Tierbestatterin Ellen Weinmann ist heute der Studiogast in der Landesschau Baden-Württemberg (SWR Fernsehen)

Ellen Weinmann ist Tierbestatterin in Albstadt und führt gemeinsam mit ihrem Mann deutschlandweit die einzige Kirche für Tierbestattungen und Trauerfeiern. Ihre Motivation: Sie wollen für Haustiere einen würdevollen Abschied.

Die Aufnahmen wurden am 22. Oktober 2026 erstmalig Live ausgestrahlt.

Landesschau Baden-Württemberg vom 22.10.2026

Quelle: Landesschau BW, Sendung vom 22.10.2026, ARD Mediathek © SWR Fernsehen


Videotranskript

Reporterin: Wir kommen zu unserem heutigen Gast. Bei unserem Gast dreht sich alles um Tiere, privat, aber auch beruflich. Und das ist ein Beruf, den womöglich nicht viele Menschen so bisher gesehen haben.

Ja, für Ellen Weinmann gibt es kein Leben ohne Tiere. Pferde, Hunde und Katzen, insgesamt acht gehören zu ihrer Familie. Und wenn eines dieser flauschigen Familienmitglieder stirbt, hinterlässt das oft tiefe Trauer.

Ellen Weinmann weiß das nicht nur als Tierbesitzerin, sie ist Tierbestatterin. In der ehemaligen Pauluskirche in Albstadt hat sie einen ganz besonderen Ort geschaffen. Einen Ort, an dem Menschen in Ruhe Abschied von ihren geliebten tierischen Begleitern nehmen können.

Ja, und jetzt ist sie bei uns. Wir haben ja vorhin uns schon unterhalten über die Pauluskirche. Für alle, die das vorhin nicht mitbekommen haben: Wenn wir von dieser Kirche sprechen, dann ist das ja keine Kirche mehr im klassischen Sinne.

Ellen Weinmann: Korrekt, genau.

Reporterin: Erzählen Sie mal, wie sind Sie denn dazu gekommen? Sie waren ja schon sieben Jahre Tierbestatterin. Und dann, vor drei Jahren, was war da für Sie der Moment, in dem Sie gesagt haben, ich biete da jetzt noch was an, und zwar die Trauerbegleitung.

Ellen Weinmann:  Ja, ich habe einfach gespürt, dass das Thema doch ein sehr großes ist und dass die Menschen einfach diese Begleitung auch vollumfänglich brauchen. Und so haben wir damals überlegt, wie können wir denn das anbieten. Und die Kirche tatsächlich, das war ein Zufall.

Reporterin: Und was war zuerst, der Raum oder die Idee? War die schon vor der Räumlichkeit geboren?

Ellen Weinmann: Im Prinzip schon, ja. Aber natürlich ist die Idee mit dem Raum dann gewachsen.

Reporterin: Und wie einfach oder schwierig ist das, in so eine ehemalige Kirche dann einzuziehen? Was mussten Sie denn alles dafür erwerben und machen? Ist das jetzt nur noch ein Gebäude oder hat das doch noch einen kirchlichen Aspekt?

Ellen Weinmann: Absolut. Also, oh je. Wir haben, so gut wie es geht, das natürlich im Original erhalten, natürlich das eine oder andere angepasst auf unsere Bedürfnisse. Und es ist nach wie vor ein wunderbar warmer Raum.

Reporterin: Sie sind ursprünglich Bürokauffrau, gelernte. Dann sind Sie vor sieben Jahren zur Tierbestatterin geworden. Was war denn für Sie so der ausschlaggebende Moment? War das vielleicht auch der Tod Ihrer Hündin?

Ellen Weinmann: Natürlich, ganz klar.

Reporterin: Ein Rottweiler-Mischling?

Ellen Weinmann: Das war der Tod meiner Hündin. Und klar, wenn man die Erfahrung machen muss, wird einem ganz schnell bewusst, dass man sich da jemand an seiner Seite wünscht, der einen begleitet durch diese schwere Zeit. Und da mein ganzes Leben schon geprägt ist von Tieren, war auch schon immer der Wunsch da, irgendwann mal was mit Tieren zu machen tatsächlich, ja.

Reporterin: Was waren denn so die Knackpunkte bei der Beerdigung, bei der Bestattung von Ihrer Hündin, dass Sie gesagt haben, oh, das muss ich irgendwie besser machen, anbieten, da gibt es Bedarf?

Ellen Weinmann: Ja. Ich wollte es einfach total schön haben, so dass es für mich ein Stück weit einfacher ist, die Seele loszulassen, und dementsprechend natürlich auch ein Ritual da drum zu machen, dass der Prozess dann langsam anfangen kann zu heilen, ja.

Reporterin: Und jetzt haben Sie diesen Ort geschaffen, bei Ihnen im Kirchle, sagen Sie.

Ellen Weinmann: Im Kirchle, ja.

Reporterin: Und wir haben mal so einen Abschied begleitet. Vielleicht, wenn Sie uns da mal durchführen und uns erzählen, was da denn auf die Hinterbliebenen zukommt.

Ellen Weinmann: Ja.

Reporterin: Da gucken wir mal rein.

Ellen Weinmann: Ja, da bin ich in der Vorbereitung zu sehen. Da findet gleich eine Urnenabholung statt. Es ist alles schon vorbereitet. Man spricht noch mal einfühlsam über das Tierchen, tröstet. Und das ist ein ganz wichtiger Moment, da wird gerade das Erinnerungsherz an unserem Baum aufgehangen. Ich finde es auch für die Menschen immer ganz wichtig, zu sehen, dass sie mit ihrem Schmerz nicht alleine sind.

Reporterin: Und tatsächlich haben wir auch so etwas wie einen Altar gesehen, nicht wahr?

Ellen Weinmann: Genau. Das ist der Original-Altar praktisch aus dieser Kirche.

Reporterin: Ja.

Ellen Weinmann: Den habe ich farblich etwas umgestaltet. Und auf dem Altar ist tatsächlich eine alte Weißtannenscheibe, die ist über 100 Jahre alt. Ich finde das sinnbildlich schön als Erdung praktisch für den Raum. Also, ich liebe das Holz. Es ist einfach ein warmes Material, wo uns auch wieder Wärme gibt in dem Moment.

Reporterin: Es ist ja ausdrücklich kein kirchlicher Ort mehr. Aber ist es denn ein christlicher Ort? Wird gebetet auch in dem Raum?

Ellen Weinmann: Das darf jeder so handhaben, wie er das möchte. Also da sind wir völlig frei. Und es wird tatsächlich auch gebetet, ja.

Reporterin: Und bekommen Sie da auch Feedback von Pfarrern aus der Gemeinde?

Ellen Weinmann: Ja. Tatsächlich mit unserem evangelischen Pfarrer habe ich das ein oder andere Gespräch schon gehabt. Und er sagt ganz klar, man muss aufpassen, dass man das Tier nicht vermenschlicht. Aber im Endeffekt geht es um die Seelsorge, ja. Die Seelsorge an den Hinterbliebenen. Und das ist die wichtigste, meine Aufgabe.

Reporterin: Das Tier nicht zu vermenschlichen, das kann ich verstehen, so von außen betrachtet. Aber Sie haben ja so viel mit Tierbesitzern zu tun.

Ellen Weinmann: Ja.

Reporterin: Das sind ja trotzdem, wie soll ich sagen, ich will jetzt nicht sagen, Wegbegleiter, kann man doch sagen, oder?

Ellen Weinmann: Wegbegleiter und Familienmitglieder, ja? Für viele vollwertige Familienmitglieder. Oft haben Menschen gar keinen Sozialpartner mehr. Da ist das Tier der einzigste Sozialpartner. Und klar wünscht man sich dann dementsprechend auch eine Verabschiedung, wenn dann der schlimme Tag gekommen ist, ja.

Reporterin: Und welche Momente erleben Sie dann mit den Hinterbliebenen? Gibt es Momente, die Ihnen besonders in Erinnerung geblieben sind?

Ellen Weinmann: Oh, das ist ganz arg facettenreich. Natürlich gibt es da so viele Momente. Das ist ganz schwer in Worte zu fassen. Weil da sind so viele Emotionen im Spiel. Und das ist natürlich auch eine ganz intime Atmosphäre, die man in dem Moment auch hat, ja.

Reporterin: Sie machen diese Arbeit zusammen mit Ihrem Lebensgefährten. Wer macht eigentlich was?

Ellen Weinmann: Es gibt keine festen Arbeitsbereiche. Das kann man so gar nicht definieren. Also im Endeffekt dürfen wir uns sowieso jeden Tag überraschen lassen, was auf uns zukommt, weil der Tod ist oftmals nicht planbar. Und dementsprechend organisieren wir unsere Arbeit um die Familie und um die Tiere. Ja.

Reporterin: Und nimmt man das mit nach Hause, wenn man so viel mit Trauer auch zu tun hat und mit Bestattungen?

Ellen Weinmann: Ganz klar nimmt man immer ein Stück davon mit nach Hause. Und deswegen schätze ich meine vierbeinigen Familienmitglieder so, weil die mir so viel auch wieder nehmen und auch geben, dass das für mich mein Ausgleich ist. Ja.

Reporterin: Und die Tiere spielen ja auch bei Ihnen im Kirchle eine Rolle.

Ellen Weinmann: Ja.

Reporterin: Weil, wenn Hinterbliebene bei Ihnen sind und Abschied nehmen von ihren Liebsten, dann werden Ihre Vierbeiner zu Tröstern. Und da haben wir so liebe Bilder einfangen dürfen. Wir gucken uns mal die Tröster an. Wen haben wir denn da?

Ellen Weinmann:  Das ist das Mutzele. Ja, das ist eines unser ältestes Kätzchen. Die ist total feinfühlig. Und die spürt sofort die Emotionen von den Menschen und ist gern einfach dabei.

Reporterin: Und wie ist es dann für die Hinterbliebenen, wenn Tiere da auch in der Kirche sind? Hilft das bei der Trauerbewältigung?

Ellen Weinmann: Definitiv.

Reporterin: Wen haben wir da?

Ellen Weinmann: Das ist die Susi.

Reporterin: Die Susi ist auch sehr aufgeweckt, oder?

Ellen Weinmann: Ja, die Susi ist noch ein richtiger Jungspund und ein Dackel durch und durch.

Reporterin: Wie alt ist Susi?

Ellen Weinmann: Die Susi ist jetzt 2 1/2 Jahre alt.

Reporterin: Und auch verspielt.

Ellen Weinmann: Ja, total.

Reporterin: Ist es hilfreich, wenn Menschen zu Ihnen kommen? Inwiefern?

Ellen Weinmann: Ganz klar. Weil natürlich das Tier den Menschen aus seiner Situation rausnehmen kann. Ja. Man kommt im Moment kurz auf andere Gedanken. Man kann so eine Geschichte finden, die man selber erlebt hat, wo dann auch geschmunzelt werden darf. Also, das ist so schön, dass es nicht vorhersehbar ist. Natürlich reagiert jeder anders darauf, aber in den meisten Fällen immer positiv. Ja.

Reporterin: Dieser Raum, den Sie anbieten, ist in Deutschland fast einzigartig, kann man sagen.

Ellen Weinmann: Das ist er, ja.

Reporterin: Und es ist auch selten, dass Pferde auch bestattet werden bei Tierbestattern. Sie bieten das an. Ist das sehr viel schwieriger als einen Hund, eine Katze zu bestatten?

Ellen Weinmann: Natürlich. Aufgrund von der Größe birgt das dementsprechend dann schon die eine oder andere Schwierigkeit. Aber natürlich kann man auch das schön gestalten. Ja.

Reporterin: Wird das oft in Anspruch genommen?

Ellen Weinmann: Des Öfteren, ja.

Reporterin: Was kostet denn so eine Tierbestattung? Also mit der Feier? Auf was kann man sich da einstellen?

Ellen Weinmann: Das ist ganz unterschiedlich. Ich sage immer, alles kann, nichts muss, ja? Das ist ja auch im eigenen Ermessen, was möchte ich noch mitgeben für den Abschied? Aber letzten Endes gibt es immer so ein kleines Fixum, wo man sagt, die Bestattung richtet sich zum Beispiel nach dem Gewicht vom Tier. So kann man das daran festmachen. Bei einem Kätzle, ich sag mal, so zwischen 300 und 400 Euro, je nachdem.

Reporterin: Ellen Weinmann, ich bin mir sicher, dass Sie diese Abschiede zu schönen Momenten gestalten in Ihrem Kirchle. Vielen Dank für Ihren Besuch hier bei uns in der Landesschau und dass wir auch mal einen Einblick da in Ihren Job bekommen haben. Danke schön.

Ellen Weinmann: Ich danke von Herzen.

 

 


Es hat allen großen Spaß gemacht und war wirklich nett und angenehm im SWR Studio in Stuttgart zusammen zu arbeiten für diese Sendung.

Ellen Weinmann zu Gast in der Landesschau Baden-Württemberg - Tierbestattung Schönhalde Pauluskirche Albstadt Pfeffingen

Ellen Weinmann zu Gast in der Landesschau Baden-Württemberg – Tierbestattung Schönhalde Pauluskirche Albstadt Pfeffingen

Quelle: https://www.swr.de/video/sendungen-a-z/landesschau-bw/die-frau-die-tieren-einen-wuerdevollen-abschied-gibt-100.html – 22.10.2026 um 20:56 Uhr
Landesschau BW, Sendung vom 22.10.2026, ARD Mediathek © SWR Fernsehen