#4 Kinder trauern anders – Wie wir sie unterstützen können: Part 1

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10. März 2026

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Alle Podcasts >> Podcast Folge 4 Kinder trauern anders – Wie wir sie unterstützen können – Gedanken aus Gold

Ein Podcast über die Liebe die bleibt.

Wenn ein Tier unser Leben verlässt, bleibt oft mehr zurück als nur Stille – es bleiben Erinnerungen, Gefühle und Fragen. In diesem Podcast sprechen wir über genau das: über Trauer und Trost, über die tiefe Verbindung zwischen Mensch und Tier – und darüber, wie Liebe weiterlebt.
Warum du reinhören solltest?
Weil deine Trauer Raum verdient. Und weil Erinnerungen an unsere Tiere mehr sind als Vergangenheit – sie sind Gold für die Seele.

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Audiotranskript:

Kinder trauern anders – Wie wir sie unterstützen können – PART 1

Hallo ihr Lieben, herzlich willkommen zu unserem Podcast Gedanken aus Gold, wenn Tiere unsere Seele berühren. Herzlich willkommen zu einer neuen Podcast Folge Gedanken aus Gold, wenn Tiere unsere Seele berühren.

Wir freuen uns wieder ganz arg drauf, heute mit euch weiter in die Tiefe zu gehen zu einem Thema, das doch echt wichtig ist, wo ja Ellen und Sonja alle beide viele Berührungspunkte mit haben und zwar geht es heute um Kindertrauern anders, wie wir sie unterstützen können. Wir freuen uns über dieses Thema ein bisschen ins Gespräch zu kommen und im ersten Teil mal so ein bisschen uns darüber zu unterhalten, wie können wir es schaffen, Kinder besser zu verstehen in ihrer Trauer.

Ich freue mich ganz arg wieder, euch beide hier an meiner Seite zu haben, zu meiner linken die liebe Ellen und die Sonja ist auch wieder dabei. Voll schön, vielleicht können wir mal so einsteigen mit der Frage, wie erleben Kinder den Tod eines Haustieres. Ich meine, wir sind alle erwachsene Leute, das heißt fühlen können wir es nicht, aber wir können zumindest oder ihr zwei könnt viel darüber erzählen, wie sich Kinder verhalten, wenn es um Trauer geht oder wenn sie mit der Trauer konfrontiert sind.

Vielleicht Sonja, einmal für dich die Frage, wie würdest du sagen, erleben Kinder den Tod und damit verbunden auch die Trauer dann.

Ja, also für viele Kinder ist das ein riesen Einschnitt, wenn ein Tier stirbt. Also für ganz viele Kinder ist das Tier ein Weggefährte, ein bester Freund, ein Familienmitglied, also genauso wie für uns ja auch als erwachsene Menschen. Und dazu kommt dann noch das Element, dass sie eben oft den Hintergrund aber nicht verstehen, je nach Altersgruppe natürlich. Und wir wissen zumindest dann unter Umständen rational, okay, es gab jetzt eine Krankheit oder einen Unfall oder ähnliches und je nachdem wie Alterskind ist, kann es das ja nicht einordnen, sondern das Tier ist dann im schlimmsten Fall einfach weg. Wir kommen ja noch dazu, wie man dann gut begleiten kann oder diesen Schock eben so ein bisschen auch vielleicht abdämpfen kann. Und insofern ist das ein riesen, riesen Einschnitt und auch ein riesiger Umbruch, weil ja auch der Alltag sich ändert. Für das Kind.

Richtig, genau. Was würdest du sagen, welche Reaktionen sind da normal und welche sind vielleicht auch abnormal, um es mal so zu sagen. Also weil ich stelle mir das irgendwie schwierig vor. Als Eltern, ich bin in der Situation, der Hund, der uns über zehn Jahre begleitet hat, ist verstorben und mein Kind reagiert wie auch immer und ich verstehe es nicht, wie es sich verhält.

Ja, ich würde erst mal sagen, alles ist erstmal normal, alles ist erstmal eine Trauerreaktion, selbst wenn es uns vielleicht verwundert oder wir das nicht einordnen können. Oder ganz häufig der Fall, wir das gar nicht als Trauerreaktion erkennen, weil das nicht zeitgleich vielleicht passiert oder entweder zeitversetzt oder in ganz anderen Situationen oder auf eine Art, die wir gar nicht so damit verbinden würden. Zum Beispiel, dass das Kind wütend ist, ja, also viel wütender ist, vielleicht Probleme in der Schule bekommt.

Also es gibt da ganz viele Möglichkeiten oder sich mehr in sich zurückzieht, ganz still wird oder es zeigt sich gar nicht so sehr, so offensichtlich am Verhalten, sondern es ist auf der körperlichen Ebene, ja, dass es ganz viel müde ist, dass es ganz viel Bauchschmerzen hat, das ist bei Kindern auch häufig. Oder Schlafprobleme oder auch so ein Rückfall in frühere Lebensjahre, ja, also dass sich einfach Verhaltensweisen wieder zeigen, wo das Kind eigentlich schon rausgewachsen war. Das können alles Symptome sein, deswegen ist es eben sehr komplex und wo wir manchmal das gar nicht so unmittelbar in Verbindung bringen.

Ellen, was würdest du sagen, ist wichtig als Eltern, gerade auch als Mama vielleicht, da zu tun oder inwieweit Verständnis, was auch immer, was ist dran, wenn nach diesem Zeitpunkt des Versterbens von dem Tier, ja, einfach irgendwie das Kind scheinbar nicht mehr wiederzuerkennen ist, um es mal so zu sagen, oder ist es überhaupt so?

Zum Teil so, zum Teil so, das kann man leider auch nicht pauschalisieren, ganz klar, aber ich als Mutter finde das Wichtigste, erstmal da überhaupt jetzt gar keinen Druck aufzubauen dem Kind gegenüber, dass das Kind sich jetzt mit mir über seine Trauer oder über den Tod unterhalten muss, ja, ich muss einfach sehen, wie geht es meinem Kind, oftmals, das darf man nicht unterschätzen, wie du gerade gesagt hast, ja, man hat ein Tier sehr viele Jahre in seinem Familienkreis, oftmals war das Tier vor dem Kind da, das Kind kennt das Leben ohne Tier überhaupt gar nicht, ja, das ist dann wirklich ein einschneidendes Erlebnis, der ganze Alltag, alles strukturiert sich rum, viele Kinder, die bei mir sind, erzählen von ihrem großen Bruder tatsächlich, ja, von dem Hund, der der große Bruder war, der immer da war, immer begleitet hat, mit im Bett geschlafen hat, etc., also das ist eine sehr, sehr große Lücke, die da entsteht und ich persönlich finde es wichtig, das Kind erstmal versuchen so zu sehen und da, wo es ist, abzuholen, ohne ihm irgendwas aufzuzwängen, was wir jetzt denken, was gut sein könnte, ja, das ist wie bei uns Erwachsenen auch, ja, die Trauer hat verschiedene Stufen oder gerade Kinder möchten gar nicht so viel darüber reden, ja, die möchten dann vielleicht lieber auch ein bisschen, noch ein bisschen mehr Aufmerksamkeit im Alltag, wie sie es sonst haben, ja, man kann sagen, man macht ein schönes Ritual, man geht mal wieder ins Schwimmbad zum Beispiel oder so, gemeinsame Zeit verbringen und intensivere gemeinsame Zeit zu verbringen und in dem Moment das Kind dann auf sich zukommen zu lassen, ja, das finde ich persönlich ganz wichtig, so als erster Schritt keinen Druck ausüben.

Voll und dann bei dieser gemeinsamen Zeit tut sich dann wahrscheinlich oder ergibt sich es vielleicht auch auf natürliche Weise, dass man dann über dieses Thema ins Gespräch kommt oder was auch immer, genau. Ich habe mich gerade gefragt, also deine Kids sind jetzt eher, wie alt sind sie eigentlich? 10 und 11. Es gibt ja viele unterschiedliche Phasen, so würde ich sagen, in der Entwicklung auch. Sonja, was würdest du da sagen, so entwicklungstechnisch lässt sich das auch in der Trauer widerspiegeln, also so Kleinkindalter, Teenie oder zwischendrin so mäßig?

Ja, ja, absolut, ich meine, unser Gehirn entwickelt sich ja logischerweise auch, wenn wir wachsen, auch unser Verständnis und auch unser Vorstellungsvermögen, was jetzt Endlichkeit angeht, ja, also dass etwas vorbei ist und dass es auch nicht mehr wiederkommen kann. Und bei Kindern zwischen null und zwei ist das natürlich noch gar nicht vorhanden, dieses Verständnis und danach, das ist auch ganz spannend, das kennen bestimmt auch viele, gibt es so eine Phase im Kleinkindalter, das nennt sich ja auch mystisches Denken, wo Zusammenhänge manchmal hergestellt werden, dann in den Vorstellungen, die es jetzt aus rationaler Erwachsenensicht gar nicht gibt, also zum Beispiel, ich war an dem und dem Tag, war ich irgendwie nicht lieb oder ich habe irgendwas Blödes gemacht in der Schule und deswegen ist jetzt unser Hund gestorben.

Also da gibt es so Verknüpfungen, die man da so beobachten kann, die rational, wie gesagt, die man eigentlich leicht entkräften kann, aber das kann in einer bestimmten Phase eben so sein und das ist halt sehr wichtig, da drauf zu achten, damit man da ansetzen kann, weil sonst eben auch ein ganz fieses Schuldgefühl sich so festsetzen kann. Und dann kann man sagen, dass so mit dem Vorschulalter, mit dem Grundschulalter beginnt halt dieses Vorstellungsvermögen von Endlichkeit auch. Das ist wieder sehr individuell bei jedem Kind, aber man sagt so ab sechs, sieben Jahren fängt das so an, dass Kinder sich das dann langsam vorstellen können und auch langsam nachvollziehen können, dass es so biologische Prozesse auch gibt, wo man dann auch besser erklären kann zum Beispiel, was eine Krankheit ist oder dass ein Organ einfach nicht mehr funktioniert und dass es wie so Zyklen gibt und so weiter, wie jetzt auch zum Beispiel die Jahreszeiten ein Zyklus sind und genau das entwickelt sich das dann natürlich immer mehr mit der Zeit, auch wenn das individuell ist.

Und klar, so ab zehn, elf, zwölf und aufwärts ist dieser Begriff der Endlichkeit klarer, aber auch da ist natürlich eine große Verletzlichkeit emotional da. Also nur weil ich das jetzt irgendwie greifen kann, es gibt eine Endlichkeit, heißt es ja noch lange nicht, dass ich da gut mit umgehen kann oder dass ich da gestärkt bin. Gerade in der Phase, wo Sonja anschneidet, noch gar nicht so gestärkt sind, um das große Ganze einfach zu sehen. Voll, absolut. Ich finde es unglaublich interessant, weil es ist ja wirklich einfach auch so ein Wandel mit der Entwicklung. Sie nehmen mehr ihr Umfeld wahr und umso mehr prägt sie vielleicht auch.

Deswegen mal die Frage in den Raum geworfen, was würdet ihr sagen, inwieweit das, wie sie sich in der Trauer verhalten, auch ein Spiegel ist von dem, wie sie erzogen wurden oder wie sie in ihrer Familie das wahrnehmen? Ich weiß nicht, ob es verständlich erklärt ist, aber verstehst du, was ich denke?

Ich verstehe, was du meinst. Wir hatten auch kurz über so ein Positivbeispiel gesprochen, wo eben eine Mutter ganz bewusst trauert. Mit ihrer eigenen Trauer eben umgeht um ein Tier und dann das quasi ja automatisch vorlebt. Also einfach dadurch, dass sie so ist, dass sie ihre Gefühle zulässt. Und wenn ich jetzt als Kind sehr früh das sehe und das lerne und ein Umfeld habe, wo ich merke, das ist okay und ich darf weinen und meine Gefühle sind erst mal willkommen, dann prägt mich das natürlich, wie viel ich von mir zeige. Wenn ich jetzt in einem Umfeld groß werde, wo die Menschen, die ich um mich rum habe, sich sehr zurückhalten, sich vielleicht nicht so trauen, auch Gefühle zu zeigen und alles eher so ein bisschen glatter ist an der Oberfläche, dann fällt mir das natürlich schwer, das zu lernen in meinem Entwicklungsprozess, das auszudrücken. Ist ja auch klar, ich sehe es ja nicht, wie soll es gehen?

Und insofern kann man natürlich schon sagen, dass das Verhalten dann auch ein Spiegel sein kann. Allerdings ist das ja sehr komplex. Wir sind ja nicht nur geprägt, sondern wir haben auch unsere eigene Persönlichkeit und bringen ganz viel Eigenes mit. Aber es ist ein Faktor, klar. Ich bin schon auf dem Weg, sich selber zu finden, letzten Endes. Und ganz klar, in welcher Phase das Kind steckt, muss man es im besten Fall dort abholen und sich da ein Stück weit reinfühlen und anpassen können.

Das bringt uns auch so ein bisschen zum Nächsten, nämlich was vielleicht so typische Ausdrucksformen von kindlicher Trauer sind. Also vielleicht auch unterschiedlich zu Erwachsenen, die trauern. Wie ist es anders bei Kindern? Vielleicht, Ellen, kannst du uns da mal ein bisschen mit reinnehmen aus deiner Erfahrung? Ist es mehr so dieses spielerische Erklären oder was kommt da in einem Kind so vor? Welche Formen sozusagen?

Das ist so breit gefächert, da weiß ich gar nicht, wo ich anfangen soll. Wir hatten vorher auch das ganz kurz angesprochen, dass Trauer wütend machen kann. Ja, das kenne ich persönlich sehr gut, dass die Kinder wütend werden, dass das der Ausdruck, dass es Ventil ist, wo sie sich ausdrücken können. Es gibt Kinder, die weinen ganz, ganz bitterlich. Also da bricht einem schier das Herz. Das kann man fast nicht ertragen. Es gibt Kinder, die schweigen, die ziehen sich zurück. Es gibt Kinder, die malen und es gibt Kinder, die sich auch ablenken wollen. Ich finde es so schwer. Man kann es nicht pauschalisieren. Das ist das, wo ich meine, man muss gucken, wo man sie abholen kann.

Und da kommt auch wieder das, was in der Trauer eigentlich irgendwie immer kommt, wenn wir uns darüber unterhalten, nämlich einfach, dass es unglaublich individuell ist. Was würdest du sagen, Sonja, gibt es ein Schema oder gibt es irgendwie was, wo man jetzt als Eltern sagen kann, wenn mein Kind sich so und so verhält? Keine Ahnung. Also es wäre wahrscheinlich einfach zu leicht, wenn es Schema F gibt, weil wir Menschen aber glauben, eigentlich wäre das so unser Wunsch am liebsten, oder?

Ja, sage ich gleich was zu, aber ich hatte noch einen Gedanken zu dem, was Ellen gesagt hat. Ich stimme total zu. Es ist so breit gefächert und es kann sich auf so viele Arten zeigen, was aber auch noch sehr spezifisch bei Kindern sein kann, ist, dass alle diese Verhaltensweisen irgendwie auftreten in einem Wechsel. Also dass sich das auch manchmal relativ schnell abwechselt. Ein Wechselbad. Ja, so ein Wechselbad, so eine Achterbahn. Das ist eben auch sehr typisch. Bei Erwachsenen übrigens auch, aber bei Kindern kann das auch sehr stark ausgeprägt sein.

Und ja, so ein Schema, so ein Schema F oder worauf man achten kann, klar, man kann das nicht verallgemeinern, weil es so komplex ist. Ich würde sagen, generell als Richtlinie, wenn es zu einer Wesensveränderung kommt. Also wenn ich was sehe an meinem Kind, was vorher nicht da war und etwas, wo es ihm nicht mit gut geht. Stichwort Nägelkauen zum Beispiel. Die Seele schreit. Oft möchten die Kinder nicht sprechen und man denkt, es ist in Ordnung, es ist ein Stück weit verarbeitet. Oder verarbeitet es mit sich selber, wie man mal so salopp sagt. Wenn man sich die Finger von dem Kind anschaut und einfach keine Fingernägel mehr vorhanden sind, dann ist das das Ventil und das gehört umzulenken.

Ja, voll. Schema F, Wesensveränderung hast du gerade angesprochen, so mäßig, dass man darauf achten kann. Gibt es auch irgendwelche Alarmsignale im Verhalten vom Kind, wo man wirklich sagen kann, okay, also gerade Nägelkauen ist ja schon, also da sollte man sich dann damit beschäftigen und dann vielleicht auch irgendwie einen Ausweg suchen. Aber gibt es vielleicht auch so Anzeichen im Verhalten vom Kind in der Trauer, wo man sagen kann, okay und jetzt sollten wir mal ein bisschen irgendwie schauen, dass wir Lösungen finden, weil jetzt geht es in eine Richtung, wo es vielleicht nicht mehr ganz so gesund ist oder wo es von diesem normalen Trauerbewältigungsprozess irgendwie, keine Ahnung, abweicht.

Ja, also wie gesagt, wenn es zu Wesensveränderungen kommt, also wenn ich jetzt vorher, wenn mein Kind eigentlich irgendwie eher ruhig war und dann zu heftigen Wutausbrüchen neigt, das kann ja auch bei ganz anderen Themen sein oder in ganz anderen Situationen oder wenn es sich eben total zurückzieht. Also wenn da einfach so etwas da ist, was vorher nicht da war, das halte ich immer für ein Alarmsignal, gerade wenn das zeitlich zusammenfällt, weil das muss ja eine Ursache haben erstmal. Das ist jetzt aufs Verhalten bezogen. Es kann aber auch so ein, das nennt sich hyperfunktionales Kind, dass man so überfunktional ist, also dass man so überangepasst ist. Besonders gut dann in der Schule wird es, besonders angestrengt, besonders.

Also alles, wo da so eine Veränderung stattfindet, das eben so auf das Wesen bezogen und wir hatten ja das Beispiel mit dem Nägelkauen und dann eben halt alles Körperliche auch, Symptome, also wenn mir da irgendwas auffällt und wenn das irgendwie in diesen zeitlichen Kontext passt, also alles, was nach dem Trauerfall kommt, das einfach zu prüfen. Es kann ja auch andere Ursachen haben, aber einfach hinzuschauen und einfach, also das wäre jetzt so mein Tipp, ohne Druck ausüben, wie du das auch schon gesagt hattest, Ellen, aber so ganz vorsichtig vielleicht mal versuchen, je nachdem wie alt das Kind ist, ob ich jetzt eher verbal auch was machen kann oder eher zusammen male, aber dass ich einfach versuche, so ganz vorsichtig mit so ganz vorsichtig ausgestreckten Fühlern so anzudocken und zu schauen, wie geht es dir denn eigentlich?

Ich muss ja nicht irgendwie sagen, so jetzt ist unser Hund gestorben, wie findest du das? Wie geht es dir damit? Sondern wie geht es dir denn generell? So, wie fühlst du dich? Das ergibt sich ja dann auch und ich finde, man darf da auch nicht so, man muss sich da reinfühlen. Was braucht das Kind in dem Moment? Was kann ich ihm geben? So wie die Sonja sagt, man muss nicht alles thematisieren. Ja, ganz wichtig und genau und manchmal ist es ja auch so, dass, also das ist ein Prozess, der braucht ja auch insgesamt Zeit, also ein Trauerprozess und auch wenn ich, das hattest du ja auch schon gesagt, wenn ich was ganz anderes vielleicht mit meinem Kind mache, ich muss mich ja nicht da jetzt sprichwörtlich hinsetzen und dieses Gespräch führen, so wie fühlen wir uns heute.

Das ist ja, das übt ja auch schon Druck aus. Ich kann ja auch was ganz anderes machen. Wir können was Schönes unternehmen, was verbinden, es einfach Zeit verbringen und vielleicht mache ich das auch öfters und regelmäßig und vielleicht ist es nicht beim ersten Mal und nicht beim zweiten Mal, aber vielleicht beim dritten Mal, erzählt dann das Kind auf einmal. Genau, aus der Situation raus, das was ich meinte, ohne Druck aufzubauen, dem Kind einfach seine Zeit zu lassen und letzten Endes finde ich es nie verkehrt, wenn man selber nicht weiter weiß, dann hat man bestimmt jemand liebes in seinem Freundeskreis, wo man sich einen Rat suchen kann und wenn das nicht der Fall ist, ja schaut, hört auf eure Kinder, sonst sucht euch wirklich zum Beispiel jemand wie Sonja, eine Trauerbegleiterin, die euch da zur Seite steht und euch helfen kann, das schwierige Thema zu bewältigen.

Ja, das ist ja keine Schande. Es gibt Momente im Leben, wo man einfach in einer Sackgasse sein kann und nicht weiterkommt. Und auch sein darf. Das habe ich auch gerade gedacht. Ja, voll. Richtig, ja, ist nur menschlich. Ja, absolut. Und das ist eine Stärke, sich das auch in dem Moment einzugestehen und zu sagen, ja, ich komme hier gerade nicht weiter und ich gucke jetzt, was ich jetzt machen kann, wer mir vielleicht auch helfen kann oder das ist eine Stärke, das ist nie eine Schwäche. Also bitte, wenn ihr euch da irgendwie überfordert fühlt, es ist emotional, dann sucht euch jemanden, der euch zur Seite steht.

Ja, absolut. Also gerade auch als Eltern vielleicht. Auch vielleicht gegenseitig sich austauschen, ich glaube, das hilft auch schon ganz viel. Aber auch vielleicht tatsächlich sich einzugestehen und zu sagen, wie du sagst, voll die Stärke eigentlich, auch in solchen Situationen, ja, als Familie auch zu sagen, okay, und hier brauchen wir vielleicht jemanden, der von außen einfach mal drauf guckt und sich das anschaut. Da weiterzumachen, gell? Ja, genau, voll, voll. Und ich glaube, da ist auch die Rolle von Ehrlichkeit und Vertrauen ganz, ganz wichtig und elementar in dem Trauerprozess allgemein.

Oder wie würdest du das sehen, Sonja? Ja, klar. Gibt nichts zu meckern. In der Vorbildrolle, in der Vorbildfunktion für das Kind, ja, man muss nicht immer alles alleine schaffen, das geht gar nicht. Richtig, ja. Und Stichwort Ehrlichkeit, das ist auch ganz wichtig tatsächlich. Ich beobachte das sehr oft, also, das hat man ja auch besprochen, Trauer ist ja tabuisiert. Und wir haben erst mal als Menschen in unserer Gesellschaft so, wie sie jetzt ist, vielleicht ändert sich das ja irgendwann mal, hoffe ich ja manchmal, dass sich da noch ganz viel auch verändert, weil es das für alle so ein bisschen leichter machen würde. Aber wir haben ja Berührungsängste sowieso schon. Und das Thema Kinder und Trauer und Sterben und Tod, da haben wir ganz große Berührungsängste. Und wir haben auch ganz oft Angst, was falsch zu machen mit unseren Kindern. Und oft ist dann so ein Reflex, die Kinder so ein bisschen wegzuhalten. Oder auch nicht ganz zum Beispiel die Wahrheit zu sagen.

Und meine Beobachtung ist, dass ehrlich, oder das ist nicht nur meine Beobachtung, das ist auch meine Empfehlung und meine Einschätzung und meine Überzeugung, dass Ehrlichkeit unglaublich wichtig ist. Und natürlich muss man das altersgemäß vermitteln und immer gucken. So, das ist völlig klar. Aber wenn ich jetzt anfange zum Beispiel zu sagen, zum Beispiel unsere Katze, die schläft jetzt für immer. Das kann, mal abgesehen davon, dass das Kind ja spürt, irgendwas stimmt hier nicht. Absolut, die Mama ist traurig, alle weinen. Vortäuschung falscher Tatsachen. Und man kann bei aller Liebe seinen Kindern nicht alles ersparen. Auch wenn man das oft als Mami vielleicht das ein oder andere Mal gerne täte. Aber man macht es den Kindern nicht unbedingt leichter. Und von daher gebe ich da Sonja vollkommen recht in dem, was sie sagt.

Ja, genau. Kinder spüren das und wir bewirken dann das Gegenteil. Wir wollen sie vielleicht schützen und denken, wir halten das weg. Wir bauen da wie so eine unsichtbare Mauer. Wir erzählen irgendwie was. Aber wir lösen letztendlich eine Unsicherheit im Kind aus, weil es ja spürt, dass da was ist. Und wenn wir was spüren und das nicht greifen können, das löst ja erst recht eine Angst aus. Und wenn wir sowas sagen wie, wie gesagt, zum Beispiel die Katze, die schläft jetzt für immer. Das kann zum Beispiel auch ganz praktisch dazu führen, dass ein kleines Kind Angst hat vor dem Schlafen, weil es dann denkt, okay, was kann das passieren? Ich gehe jetzt schlafen und ich wache dann auch nicht mehr auf. Oder meine Mama, die schläft dann auch für immer.

Da denkt man manchmal gar nicht so drüber nach. Aber da muss man wirklich vorsichtig mit sein. Und ich plädiere da immer für ganz, ganz liebevolle, einfühlsame und wohldosierte Ehrlichkeit. Weil Kinder verstehen sehr, sehr viel. Also viel mehr, als wir das oft denken. Richtig dosiert vermittelt. Definitiv. Ich finde es richtig schön, diese wohldosierte Ehrlichkeit sozusagen. Man denkt häufig gar nicht so drüber nach, wie elementar richtig das ist. Wir haben jetzt gerade ziemlich intensiv und groß über Verstehen geredet sozusagen. Also wie wir Kinder besser verstehen können in Bezug auf Trauer, in Bezug auf den Verlust eines Tieres oder eigentlich kann man vieles auch allgemein sagen und genauso auf den Verlust von Menschen übertragen. Ich würde ganz gerne mal noch ein Stückchen weitergehen. Wir haben uns jetzt das Verstehen angeguckt und wollen jetzt in einer neuen Folge sozusagen uns einmal einem anderen Aspekt widmen in diesem ganzen.

Sie hörten Gedanken aus Gold, wenn Tiere unsere Seele berühren. Ein Podcast-Erlebnis mit Ellen Weimann. Produktion Tierbestattung Schönhalde GmbH.


Es hat alle die dabei waren sehr berührt und war wirklich nett und angenehm hier in der Tierbestattungskirche zusammen zu sitzen für diese tollen Aufnahmen.

Podcast: Gedanken aus Gold - Wenn Tiere unsere Seele berühren - Tierbestattung Schönhalde Albstadt

Podcast: Gedanken aus Gold – Wenn Tiere unsere Seele berühren – Tierbestattung Schönhalde Albstadt